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Nun ist es amtlich: "drüben!" von Simon Schwartz ist ein herausragendes Werk der Jugendliteratur!
Der Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. präsentierte am 18. März 2010 auf der Leipziger Buchmesse die Nominierungsliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010. Seit 1956 wird der Deutsche Jugendliteraturpreis als einziger Staatspreis für Literatur vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet und jährlich verliehen. Ausgezeichnet werden herausragende Werke der Kinder- und Jugendliteratur. Die Nominierungen sind die Grundlage für die Entscheidungen der Kritikerjury und der Jugendjury. In den Sparten Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch wählt die Kritikerjury jeweils sechs Bücher aus. Die Preisträger werden am Freitag, dem 8. Oktober 2010, von Bundesministerin Dr. Kristina Schröder auf der Frankfurter Buchmesse verkündet.
Nachdem im letzten Jahr Shaun Tan mit “Ein neues Land” (Carlsen) und 2008 Gipi mit “5 Songs” (avant-verlag) nominiert waren – und Shaun Tan 2009 mit einem anderen Titel einen der Preise gewinnen konnte – sind es in diesem Jahr Nadja Budde, Simon Schwartz, sowie Jean Regnaud und Emile Bravo, die mit insgesamt drei Graphic Novels nominiert sind.
Der avant-verlag freut sich, dass mit „Drüben!“ von Simon Schwartz wiederum ein Titel aus seinem Programm als „herausragend“ von der Jury bewertet wurde. Ein schöner Erfolg für den Autor, insbesondere da „drüben!“ sein erstes großes Buch ist und eine sehr persönliche Geschichte. Der Hamburger Zeichner beschreibt die von einem Familienzerwürfnis begleitete Ausreise seiner Eltern aus dem SED-Staat nach West-Berlin. In „drüben!“ arbeitet Schwartz seine Familiengeschichte – er war eineinhalb Jahre, als seine Eltern die DDR verließen – mit analytischem Tiefgang auf. Er erzählt in klaren, eleganten Bildern, wie seine Eltern zunehmend am Sinn des DDR-Systems zweifelten und letztendlich mit dem Land brachen.
Die Anerkennung von Comics bzw. Graphic Novels als anspruchsvolle Jugendliteratur stellt eine sehr erfreuliche Entwicklung in der Wahrnehmung des Mediums dar. Vielleicht wird sich dies ja in den nächsten Jahren in einer eigenen Rubrik niederschlagen. Denn noch immer muten Nominierungen von Comics in der Sparte „Bilderbuch“ oder „Sachbuch“ etwas befremdlich an. Denn das trifft meistenfalls nur zum Teil zu. Eine eigene Kategorie wäre deshalb dringend nötig um auf die Einzigartigkeit der Bilderzählungen wie sie der Comic bietet entsprechend einzugehen.
Johann Ulrich
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